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Geestländer Quadrille ("Barmbeker Totentanz")

Tanzbeschreibung

Diese Tanzbeschreibung wurde, soweit nichts anderes angegeben ist, vom Autor aus dem Gedächtnis notiert.
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Diese Kurzbeschreibung ist gedacht als Gedächtnisstütze für Tänzer und Tänzerinnen, die diesen Tanz schon getanzt oder zumindest gesehen haben.

Herkunft

Tanz von Anna Helms im Stil norddeutscher Volkstänze. Geschaffen zwischen 1912 und 1928 in Hamburg.
Die Musik dazu stammt aus Tangermünde in der Altmark (Sachsen-Anhalt/Deutschland).
Nach www.dancilla.com stammt der Tanz selbst aus Tangermünde. Tatsächlich gibt Anna Helms nur an "Musik aus Tangermünde".
Der Tanz heißt eigentlich "Geestländer Quadrille". In Hamburg und Umgebung wird er jedoch auch "Barmbeker Totentanz" genannt.

Anna Helms (späterer Name Anna Helms-Blasche) schreibt zu diesem Tanz:
Die Tanzmelodie ist mir 1912 aus Tangermünde als alte Volkstanzmelodie unter dem Namen "Spiegelquadrille" überliefert worden. Ich hoffte damals, ich würde auch den dazugehörigen Tanz noch finden. Da das nicht möglich war, haben wir diese Tanzweise dazu geschaffen.

Tangermünde liegt an der Elbe etwa in der Mitte zwischen Hamburg und Dresden.

Tanzart

Vierpaartanz (Quadrille)

Beschreibung

      4 Paare im Quadrat, offene Fassung.
      Paar 2 gegenüber von Paar 1, Paar 3 rechts von Paar 1.
      Jede Figur 2x 8 Takte, außer Teil 6, der aus 3x 8 Takten besteht.
   1. Begrüßung:
      a. Paare 1 und 2 gehen langsam und feierlich mit 2 Schritten aufeinander zu und verbeugen sich voreinander
         Rückwärts zurück auf den Platz, Verbeugen vor dem eigenen Partner
      b. Das gleiche für Paare 3 und 4
   2. Wechselkreis:
      a. Großer Kreis, aber die Mädchen stehen mit dem Rücken zur Mitte:
         Mädchen 4 kleine Schritte rückwärts in den Kreis, die Jungen nur 2 Schritte vorwärts
         Das ganze zurück.
         Wiederholung
      b. Das gleiche, aber die Jungen stehen mit dem Rücken zur Mitte.
   3. Jagen:
      Die Paare fassen sich an beiden Händen. Dabei stehen die Jungen mit dem Rücken zur Mitte, die Mädchen sehen zur Mitte.
      Alle Paare mit 4 Seitgaloppschritten gs auf den Platz des nächsten Paares (also einen Viertelkreis weiter).
      Auf dem neuen Platz tanzt jedes Paar in kleinen Hüpfschritten einmal herum.
      Wiederholung dreimal, bis alle wieder auf dem Ausgangsplatz sind.
   4. Kiekbusch:
      Die Mädchen stehen mit dem Gesicht zum Kreis, die Jungen stehen hinter den Mädchen.
      Die Mädchen bleiben stehen.
      Die Jungen mit 4 Seitgaloppschritten gs zum nächsten Mädchen.
      Sie fassen mit beiden Händen auf die Schultern der Mädchen
      und sehen bei jedem Takt einmal über die rechte und einmal über die linke Schulter dem Mädchen ins Gesicht (Kiekbusch).
      Wiederholung dreimal, zuletzt Kiekbusch mit dem eigenen Mädchen.
   5. Paarweise hinüber:
      Alle Paare drehen sich mit Viertelwendung am Platz, sodaß alle paarweise in Tanzrichtung sehen.
      Innere Hände gefaßt, seine linke Schulter zeigt in den Kreis.
      Paare 1 und 2 mit 4 Seitgaloppschritten auf den Gegenplatz, voreinander vorbei (Linksverkehr).
      Auf dem Gegenplatz führt der Junge das Mädchen eine halbe Wendung vor sich herum, sodaß beide wieder in TR sehen.
      Das gleiche für Paare 3 und 4.
      Paare 1 und 2 mit 4 Seitgaloppschritten wieder auf den Ausgangsplatz zurück und dann halbe Wendung zur Anfangsstellung.
      Das gleiche für Paare 3 und 4.
   6. a. Mädchen zur Mitte:
         Mädchen links beginnend mit 4 kleinen Schritten zur Mitte und zum Kreis fassen. Am Ende ist der rechte Fuß vorgestellt.
         Sie hüpfen auf dem linken Fuß (dabei den rechten vorstellen) und auf dem rechten Fuß (dabei den linken vorstellen). Das ganze 4x.
         Am Ende erheben die Mädchen die gefaßten Hände und bilden so 4 Tore für den nächsten Teil.
      b. Durchmarsch der Jungen:
         Junge 1 geht durch das von Mädchen 1 und 4 gebildete Tor in den Kreis der Mädchen und durch das Tor gegenüber wieder hinaus.
         Er geht dann in großem Bogen nach rechts ms um die Mädchen herum und hält mit 2 Schritten Abstand vor dem von Mädchen 1 und 3 gebildeten Tor an.
         Die anderen Jungen gehen inzwischen außen am Kreis gs herum und folgen dann dem 1. Jungen durch die Mädchentore (jeder 2 Takte später als der vorige),
         sodaß am Ende alle Jungen außen am Kreis ms blickend hinter dem 1. Jungen stehen.
      c. Einmarsch der Jungen:
         Junge 1 führt die Jungen wieder in den Mädchenkreis hinein durch das von Mädchen 1 und 3 gebildete Tor.
         Alle Jungen gehen nacheinander rechts von ihrer Partnerin auf "ihren" Platz und bleiben dort im Kreis (vor dem nach außen gehenden Tor) mit Blick nach außen stehen.
         Der letzte Junge (3) geht nur kurz durch das Tor und dreht sich dann (ms) nach außen, um wie die anderen zu stehen.
         Am Schluß (in den letzten 2 Takten) drehen sich alle Jungen um (gs, mit Blick zur eigenen Partnerin), sodaß sie in den Kreis blickend links neben ihrer Partnerin stehen.
         Zum Kreis durchfassen.
   7. Kreiswalzer mit Platzwechseln der Mädchen:
      Alle 2 Hüpfschritte ms im großen Kreis (nach links, links beginnend).
      Platzwechsel der Mädchen:
      Hände lösen, die Mädchen drehen sich im Walzerschritt linksherum vor ihrem Partner (das Gesicht dem Jungen zugewandt) an dessen linke Seite und fassen dort wieder zum Kreis durch.
      Das ganze 4x, bis alle wieder bei ihrem Ausgangspartner stehen.

   Der Tanz kann beliebig oft wiederholt werden.
   Zum Schluß bleiben alle im großen Kreis mit hochgehobenen Händen stehen.

Fachausdrücke und Abkürzungen

Fachausdrücke, Abkürzungen und Schrittbeschreibungen siehe
Fachausdrücke, Schrittbeschreibungen und Abkürzungen
und
Tanzschlüssel von Mario Herger bei www.volkstanz.at

Musik

Unter anderem z.B.
Kögler EP 58615 Tänze aus Schleswig-Holstein (mit Beschreibung), 1961 oder früher

Literatur

Bunte Tänze - 5. Band: Drosselnest, Sammlung deutscher Volkstänze,
von Anna Helms und Julius Blasche, Klaviersatz von Prof. Wilhelm Stahl, Verlag Friedrich Hofmeister, Frankfurt/Main, 10. Auflage, 1928 (Erstausgabe vermutlich zwischen 1912 und etwa 1923 zur Zeit der "Jugendbewegung")
Bunte Tänze - Drosselnest, Sammlung deutscher Volkstänze, Hofmeister, Band 5,
von Anna Helms-Blasche und Wilhelm Stahl, 1953 (Erstausgabe vermutlich zwischen 1912 und etwa 1923 zur Zeit der "Jugendbewegung")
Die Tanzkette, Hofmeister 1952, von Anna Helms-Blasche u.a.

Andere Beschreibungen, weitere Informationen, Musikproben und Video-Clips - Links zu anderen Websites

Beschreibung von www.folkdansringen.se auf Schwedisch
Beschreibung von txvolkstanz.org auf Englisch
Geestländer Quadrille - MP3-Clip von www.dancilla.com (2,4 MB)
Geestländer Quadrille - Videoclip 2512 von www.dancilla.com (7 MB)
  - Videoclip der Landesarbeitsgemeinschaft Tanz Schleswig-Holstein
Geestländer Quadrille - Videoclip von www.volkstaenzer.de (6,3 MB)
  - Videoanzeige nur mit Microsoft Internet Explorer

Informationen zum Umfeld

Der Tanz wurde im Stil norddeutscher Vierpaartänze im Geiste der "Jugendbewegung" Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen und fand bei der volkstanzenden Jugend, zumindest im Hamburger Raum, großen Anklang.

Bei der Begrüßung der Gegenpaare machten die Burschen sich einen Spaß daraus, die Verbeugung besonders tief, bis fast zum Boden, zu machen, und so lange wie die Musik es eben erlaubte.

 

Tanz-Beschreibung: Gerhard Müller.
Die hier dargestellte Information habe ich aus folgenden Quellen:
Eigene Tanzerfahrung, insbesondere im Volkstanzkreis Hamburg-Barmbek (Genslerstraße) des TV "Die Naturfreunde", Leiter Ernst Wolters (etwa 1960 ff.), und unter "Literatur" angegebene Literaturstellen.
Genauere Information darüber, aus welchen Volkstanz-Kenntnissen und -Erfahrungen der Autor dieser Beschreibung schöpft, finden Sie unter
Volkstanz-Erfahrung des Autors dieser Beschreibung.

Diese Tanzbeschreibung ist noch im Rohzustand, noch nicht fertig formatiert und ausgearbeitet.

 

Zur Liste der Tanzbeschreibungen

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